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Lifestyle

Leichtmatrose oder erster Offizier? – unser Segelguide für Einsteiger


All den Trubel der Badestrände hinter sich lassen und sich den Wind zu eigen machen. Mit dem Segelboot die Elemente spüren und eines der besten Hobbies für sich entdecken.

27 Jun 2017
Segeln JFK

Segeln – mit Stil durchs Wasser

Da das Berufsleben immer hektischer, die Kommunikation immer schneller wird und man eigentlich ständig erreichbar sein muss, ist eine Entschleunigung am Wochenende genau das Richtige für einen Großstadtmann. Du, das Boot und die See – mehr braucht es nicht. Naja ein wenig Wind sollte natürlich vorhanden sein, um aus dem Hafen zu kommen. Doch die Einfachheit und das Reduzieren auf das Nötigste werden beim Segeln intensiv ausgelebt. Denn für die Bedienung der Segel oder das Navigieren auf der See gibt es keine App oder Autopiloten. Können und Erfahrung sind hier die ausschlaggebenden Faktoren.

Segeln auf dem Meer

Segeln – der erste Antrieb der Menschheit

Das Nutzen des Windes um auf dem Wasser voranzukommen und die Muskelkraft zu schonen wird seit Jahrtausenden von der Menschheit praktiziert. Früher war es die einzige Möglichkeit Ozeane zu überqueren und Ware aus entfernten Ländern zu importieren. Doch was früher etwas für Abenteurer und Entdecker war, ist mittlerweile eine der beliebtesten Freizeit- und Urlaubsaktivitäten geworden. Segeln wird für den besonders hohen Erholungswert geschätzt und geliebt.

Mit den modernen Booten, technischer Ausstattung und elektronischer Navigation ist Segeln immer einfacher geworden. Jeder kann heutzutage Segeln lernen ganz egal ob jung oder alt. Doch die selben Grundprinzipien des Segelns, die einst die Seemänner der Antike und des Mittelalters nutzten, gelten bis heute und es sind die gleichen Grundkenntnisse, die der Segeleinsteiger erlernen muss, um mit seinem Boot zielsicher von A nach B zu gelangen.

Dieser Beitrag soll und kann natürlich keinen Segelkurs ersetzen. Er soll vielmehr einen Einblick in den Segelsport geben und Lust an dieser tollen Freizeitaktivität vermitteln. Unser Segelguide bietet einen kompakten Querschnitt aller relevanten Themen, die für zukünftige Segler interssant sind.

Wichtige Begriffe, die du kennen solltest:

Schot/-en: eine Leine mit der das Segel bedient wird

Fall/-en: Tauwerk, das zum Setzen (Hochziehen) und Bergen (Herablassen) des Segels genutzt wird

Reffen: bezeichnet auf einem Segelschiff den Vorgang die Fläche der Segel zu verkleinern, meistens während oder in Erwartung schlechten Wetters mit starkem Wind

Hafen

Grundlagen, die es zu beachten gilt:

Umgang mit Tauwerk und Knotenkunde

Der Umgang mit den Tauen und Leinen ist einer der wichtigsten Aspekte auf einem Segelboot. Egal ob das Festmachen, das Fallen oder Schoten – alle Handgriffe mit Seilen oder Tauen sollten gut geschult sein und die wichtigsten Seemannsknoten sollten stets parat sein. Zu den wichtigsten Knoten zählen: der Palstek, der Schotstek, der Kreuzknoten, der Webeleinenstek und der Klampenschlag.

Handhabung der Segel

Die Segel sind der Motor der Segelsboots. Eine gute Ausrichtung im Wind ist deswegen das A und O. So ist die Leistungsfähigkeit des gesamten Boots von der Positionierung des Segels abhängig. So wird jedem Segler der richtige Umgang mit dem Segel wie eine Doktrin „eingetrichtert“. Es beginnt mit dem ordentlichen Packen und Lagern der Segel und geht über das richtige Anschlagen der Segel am Mast.

Ein wichtiges Manöver im Umgang mit den Segeln ist das Reffen der Segel. Bei zunehmender Windstärke ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem der Winddruck in den Segeln zu groß wird. Das Boot ist dann nur noch schwer kontrolliert zu steuern. Um dem Ganzen entgegenzuwirken sollte die Fläche des Segels verkleinert werden, so dass es der Druck darauf nachlässt und das Boot wieder besser gesteuert werden kann.

Steuerung des Bootes / Bootsmanöver

Wer es gewohnt ist am Steuer eines Autos zu sitzen, der wird recht schnell merken, dass das Navigieren mit einem Boot grundsätzlich verschieden ist. Denn Boote werden mit einem Ruderblatt am Heck gesteuert.

Dies führt dazu, dass ein Boot in einer Kurve weit mit dem Heck ausholt. Kleinere Boote verfügen zu dem in der Regel über eine Pinnensteuerung, d.h. das Ruderblatt wird mit einer langen Pinne über eine einfache Lagerung nach rechts und links gedrückt: Pinne nach rechts heißt Ruderblatt nach links. Das Boot fährt eine Linkskurve. Pinne nach links leitet entsprechend eine Rechtskurve ein. Hieran gewöhnt man sich sehr schnell. Was wäre ein Segelguide ohne die ersten Anfängertipps zum Handling eines Schiffes?

Anluven und abfallen
Ein gewöhnliches „Rechts“ oder „Links“ als Richtungsangabe wird man auf einem Segelschiff nie hören, denn der Wind und die Richtung aus der er weht sind für das Segeln das entscheidendere Kriterium. Dabei ist Luv die Seite des Windes und Lee die windabgewandte Seite. Entsprechend heißt eine Steuerbewegung zum Wind hin „anluven“. Die entgegengesetzte Steuerbewegung vom Wind weg wiederum „abfallen“.

Wenden
Da ein Segelboot nur schwerlich direkt gegen den Wind segeln kann, kommt der Wind an Bord immer von einer Seite des Bootes – entweder von backbord oder von steuerbord. Lässt man ein Segelboot gezielt soweit anluven, dass es mit dem Bug durch den Wind dreht und der Wind damit von der einen Seite des Bootes auf die andere wechselt, spricht man von einer Wende.

Halsen
Bei der Halse lässt man im Gegensatz zur Wende das Segelboot gezielt soweit vom Wind abfallen, bis der Wind zunächst direkt von hinten und dann, nach dem Umschlagen des Segels, von der anderen Seite des Bootes einfällt. Bei der Halse dreht man also das Heck des Schiffes durch den Wind.

Also unterscheiden sich Wende und Halse nur in der Position des Schiffs, ob das Heck oder der Bug durch den Wind gesteuert wird.

Segelboot Schoten

Die verschiedenen Segelscheine

Es gibt eine Hand voll Scheine, doch jeder Segel-Typ braucht seine individuelle Scheine. Es gibt freiwillige Scheine und Scheine, die der Gesetzgeber vorschreibt. Alle Scheine haben eines gemeinsam – man muss jede Menge Theorie lernen. Um dieses Übel kommt man einfach nicht herum.

Segeln auf dem See

Sportbootführerschein See und Binnen

Hier ist der Namen Programm – der Seeschein ist für die Meeresküste, also vor allem Ost- und Nordseeküste. Der Binnenschein ist für alle Seen ohne Meeranbindung. Gesetzlich vorgeschrieben sind die beiden Sportbootführerscheine. Wer mit einem Segelboot von der Polizei kontrolliert wird, muss immer nur einen Sportbootführerschein vorlegen.

Der Sportbootführerschein See ist ein reiner Motorbootschein. Trotzdem müssen ihn die Segler an der Küste haben, wenn ihre Segelboote einen Hilfsmotor von mehr als 15 PS Nutzleistung besitzen.

Der Sportbootführerschein Binnen ist der Nachfolger des alten Segelscheins A. Hier lernt man das Segeln von der Pike auf – hier segelt man sportlich mit kleinen Jollen.

Der Sportküstenschiffer-Schein

Der Sportküstenschiffer-Schein wird auch als der freiwillige SKS-Schein bezeichnet. Die meisten Segler machen zuerst den Sportbootführerschein See. Damit dürfen sie zwar an der Küste segeln, aber sie können es nicht. Denn eine Segelprüfung gibt es beim Sportbootführerschein See nicht. Der SKS-Schein ist der Führerschein für Segelyachten. Was beim Sportbootführerschein Binnen mit Jollen gemacht wird, geschieht hier auf Segelyachten. Der SKS-Schein ist ein freiwilliger Schein; die Polizei verlangt ihn niemals. Schließlich gibt es noch den SSS-Schein (Sportseeschiffer-Schein) und den SHS-Schein (Sporthochseeschiffer-Schein). Doch diese Scheine machen nur wenige Abenteurer, die auf der Suche nach den größten Herausforderungen sind.

Freiwillige Segelscheine sind nicht ganz freiwillig

So ganz freiwillig macht man den SKS-Schein aber auch nicht. Die Polizei will ihn zwar nicht sehen, aber die Vercharterer. Die Vermieter von Segelyachten verlangen immer den SKS-Schein. Du wirst nur mit dem Sportbootführerschein See keine Boote mieten können. Dasselbe gilt auch im Ausland. Also ist der SKS-Schein nicht wirklich freiwillig, wenn man ein Segelboot mieten will.

Der Trick mit dem SKS-Schein

Warum fangen die meisten Segler mit dem Sportbootführerschein See an und nicht mit dem Sportbootführerschein Binnen? Zum einen ist das Seesegeln viel beliebter als in Binnengewässern. Segeln auf See wollen früher oder später alle. Inhabern des SKS-Scheins wird die praktische Segelprüfung erlassen, wenn sie den Sportbootführerschein Binnen machen wollen. Denn wer den SKS-Schein hat, muss nur noch einen Fragebogen ausfüllen, um auch den Sportbootführerschein Binnen zu bekommen. Das kostet nur wenig und geht sehr schnell. Wer den Sportbootführerschein Binnen nach dem SKS-Schein macht, spart den Segelkurs auf Jollen und muss keine praktische Segelprüfung ablegen. Dafür kommen schnell 500,- € zusammen.

Überdenke also erst, welcher Segelschein für dich geeignet ist.

Das erste eigene Segelboot

Beim Segelbootkauf verhält es sich wie beim Kauf eines neuen Autos. Vorbereitung und Recherche ist alles. Als Anfänger ist man schnell mit der Vielzahl der angebotenen Bootstypen überfordert. Wie findet man nun das richtige Boot?

Erst einmal sollten die Anforderungen an das Boot definiert werden. Wo wird das Boot zum Einsatz kommen? Was genau soll mit dem Boot gemacht werden? Wer wird auf dem Boot segeln? Soll der sportliche Aspekt oder eher der erholsame Faktor auf dem Wasser im Mittelpunkt stehen?

Eine tolle Möglichkeit, um sich einen umfassenden Überblick über den Bootsmarkt zuverschaffen, sind Wassersportmessen. Hier ist die boot Düsseldorf als weltweit führende Bootsmesse unsere Empfehlung für dich.

Segelboot Nahaufnahme

Kielboot oder Jolle – Freizeitaktivität oder Segeltouren

Um den Segelguide zu vervollstädnigen, unterscheiden wir nun erstmal grob zwischen Kielbooten und Jollen.

Jolle

Jollen

Jollen sind kleine, offene Segelboote in der Größenordnung 2 bis 6 Meter Länge für ein bis drei Segler. Die Jolle kann man vielleicht eher als Freizeitsportgerät wie ein Fahrrad betrachten. In einer Jolle hat man immer nahen Kontakt zum Wasser und ist für leichte bis mittlere Windbedingungen gewappnet.

Hieraus ergibt sich die Faszination des Jollensegelns. Anders als große Yachten gewinnt die Jolle ihre Stabilität auf dem Wasser nicht durch ein Kielgewicht unter dem Boot, sondern ausschließlich aus ihrer Form. Deswegen ist der korrekte Einsatz des Körpergewichts beim Jollensegeln elementar.  Jollensegeln eignet sich hervorragend als Freizeit- und Wochenendaktivität auf Binnenseen oder geschützten Küstengewässern. Mit dem Bootstrailer lassen sich Jollen leicht überall hin transportieren und bieten so flexiblen Freizeitspaß mit hohem Aktivitäts- und Erlebnispotenzial.

Kielboote

Zu den Kielbooten zählen unter anderem die Segelyachten. Sie sind je nach Größe mit oder ohne Kajüte ausgestattet. Kleine, offene Kielboote beginnen bei einer Länge um die 5 Meter für zwei, drei oder vier Segler. Vergleicht man sie mit den großen Yachten mit einer vielköpfigen Besatzung fällt sofort auf, dass sie den Lebensraum für mehrere Tage oder sogar Wochen Monaten bieten. Kielboote sind weniger Sportgeräte, als dass sie dem Segler die Möglichkeit zur Freizeitgestaltung auf dem Wasser bieten: Offene Kielboote rein für Tagesausflüge, sogenannte Daysailor sind auf größeren Binnenseen oder Küstengewässern zuhause, Yachten mit Kajüte auch für längere Segeltörns von Hafen zu Hafen mit Übernachtung an Bord. Der Transport eines Kielbootes ist wegen den räumlichen Dimensionen ein komplexerer Vorgang, der meist nur mit professioneller Hilfe zu bewältigen ist.

Kielboot

Wir hoffen wir konnten dir einen tollen Überblick über den tollen Wassersport bieten. Wenn dein Interesse geweckt wurde, dann lass dich nicht aufhalten und schau dich gleich nach der nächsten Segelschule in deiner Stadt um.


Fabian
Fabian Festner

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